Die Stimme, die wir verlernt haben zu hören
Es gibt eine Stimme in jeder Frau. Eine Stimme, die weiß. Die spürt, bevor der Verstand erklärt. Die sagt: Das ist richtig. Das ist falsch. Das bin ich. Das bin ich nicht.
Viele Frauen haben diese Stimme irgendwann überhört. Nicht aus Schwäche. Sondern weil die Welt laut ist. Weil Erwartungen laut sind. Weil Rollen laut sind. Weil das Funktionieren laut ist. Und weil die innere Stimme leise wird, wenn man ihr lange genug nicht zuhört.
Das ist kein persönliches Versagen. Das ist ein kollektives Muster. Frauen wurden jahrhundertelang darin geformt, nach außen zu schauen. Was braucht die Familie? Was erwartet die Gesellschaft? Was ist erlaubt? Und der eigene Körper, die eigenen Bedürfnisse, der eigene Rhythmus – sie wurden zum Hintergrund. Zum Störfaktor. Zum Luxus.
Warum der Körper der Weg zurück ist
Die innere Stimme wohnt nicht im Kopf. Sie wohnt im Körper. Im Bauch, der sich zusammenzieht, wenn etwas falsch ist. In den Schultern, die hochgehen, wenn man sich nicht sicher fühlt. In der Brust, die sich weitet, wenn man wirklich ja meint.
Viele Frauen haben den Zugang zu diesem Körperwissen verloren. Nicht weil der Körper aufgehört hat zu sprechen. Sondern weil wir aufgehört haben zuzuhören. Weil wir gelernt haben, Gefühle wegzudrücken, Erschöpfung zu ignorieren, Schmerz zu funktionalisieren.
Der Körper erinnert sich an alles. Er trägt jede Erfahrung, jede Emotion, jeden Moment des Überlebens. Und er trägt auch das Wissen darum, wer du wirklich bist. Wer du warst, bevor du gelernt hast, dich anzupassen. Was du willst, was du brauchst, was dich nährt.
Der Weg zurück in dieses Wissen führt durch den Körper. Durch Bewegung, durch Atem, durch Stille. Durch das langsame, geduldige Hineinhorchen in das, was schon immer da war.
Warum Yoga ein Türöffner ist – aber nicht jedes Yoga
Yoga kann dieser Weg sein. Es kann der Raum sein, in dem eine Frau lernt, sich selbst wieder zu spüren. In dem der Atem zur Brücke wird zwischen dem Außen und dem Innen. In dem der Körper nicht mehr Aufgabe ist, sondern Zuhause.
Aber nicht jedes Yoga tut das. Viele klassische Yogastile wurden von Männern für Männer entwickelt. Für einen männlichen Körper, der einem linearen Energierhythmus folgt. Für ein System, das täglich gleich belastbar ist. Das ist nicht der Körper der Frau.
Der weibliche Körper ist zyklisch. Er hat Phasen der Fülle und Phasen des Rückzugs. Phasen, in denen Kraft nach außen strömt, und Phasen, in denen sie sich nach innen wendet. Er braucht einen anderen Umgang. Eine andere Sprache. Eine andere Art von Yoga.
Yoga, das auf den weiblichen Körper abgestimmt ist, fragt: Wo bist du heute? Was braucht dein Körper in dieser Phase? Was darf sich öffnen, was darf sich schließen? Es ist kein Yoga des Durchhaltens. Es ist ein Yoga des Zuhörens.
Yoga durch Schwangerschaft und Postpartum – was Michaela gelernt hat
Michaela Meresi ist Yogalehrerin und Mutter. Und sie kennt aus eigener Erfahrung, wie sich der weibliche Körper verändert. Wie die Schwangerschaft alles neu ordnet. Wie Postpartum ein Raum ist, der oft unbegleitet bleibt.
Sie hat Yoga nicht als Technik erlebt, sondern als Begleitung. Als etwas, das ihr half, in einem Körper zu sein, der sich vollständig verwandelt hatte. Der nicht mehr der gleiche war. Der neue Bedürfnisse hatte, neue Grenzen, neue Weisheit.
Und genau das ist es, was viele Frauen brauchen. Keine perfekte Pose. Kein Durchhalten. Sondern eine Praxis, die mitgeht. Die sich anpasst. Die sagt: Hier darfst du so sein, wie du heute bist.
Warum eine Yogalehrerinnenausbildung für Frauen anders ist
Im April 2027 biete ich gemeinsam mit Michaela Meresi und Adriana Diliso eine 200-Stunden Yogalehrerinnenausbildung in Tägerwilen, Schweiz an. Ausschließlich für Frauen. Und bewusst anders als das, was klassische Ausbildungen bieten.
Es geht nicht nur darum, Yoga zu lernen. Es geht darum, sich selbst zu lernen. Den eigenen zyklischen Rhythmus zu kennen. Den Körper als Lehrerin zu verstehen. Yoga als Sprache der inneren Stimme zu entdecken.
Diese Ausbildung ist für Frauen, die Yoga unterrichten wollen. Und sie ist für Frauen, die tiefer in ihre eigene Praxis gehen wollen. Die verstehen wollen, was ihr Körper ihnen sagt. Die aufhören wollen, an sich selbst vorbeizuleben.
200 Stunden gemeinsam. Mit Frauen, die denselben Weg gehen. In einem Raum, der trägt. In der Schweiz, in der Natur, in der Stille.
Was auf dich wartet, wenn du wieder zuhörst
Es gibt einen Moment, den viele Frauen beschreiben, wenn sie anfangen, sich selbst wirklich zuzuhören. Einen Moment der Stille, der sich anders anfühlt als Leere. Einen Moment, in dem sie spüren: Da bin ich. Da war ich immer.
Das ist kein dramatischer Durchbruch. Es ist ein leises Ankommen. Ein Atemzug, der tiefer geht als der letzte. Eine Entscheidung, die sich richtig anfühlt, ohne dass jemand sie bestätigt hat. Ein Nein, das aus der Mitte kommt.
Dein Körper hat diesen Moment nicht vergessen. Er wartet auf dich. Er hat immer gewartet.
Eine Einladung
Die gaze Podcastfolge mit Michaela findest du auf hier. Sie ist ein Gespräch zwischen zwei Frauen, die den Weg kennen. Die wissen, wie es sich anfühlt, sich selbst verloren zu haben. Und die wissen, wie es sich anfühlt, sich wiederzufinden.
Wenn du dich angesprochen fühlst – von der inneren Stimme, vom Zyklus, von Yoga als Weg zurück zu dir – dann ist diese Folge für dich. Und wenn du das Gefühl hast, dass 2027 dein Jahr sein könnte, dann schau dir unsere Ausbildung an.
Dein Körper weiß bereits, ob er ja sagen will.
Infoabend zur Yoga Lehrer Ausbildung am 20.4.2027 um 20.30h online.

