In den letzten Jahren ist Nervensystemarbeit immer populärer geworden. Und das aus gutem Grund. Immer mehr Menschen verstehen, dass Stress nicht nur in unserem Kopf stattfindet, sondern in unserem gesamten System. Dass unser Nervensystem beeinflusst, wie wir schlafen, wie wir Beziehungen führen, wie wir Entscheidungen treffen und wie wir uns im Alltag fühlen.
Doch je länger ich in diesem Feld arbeite, desto häufiger stelle ich mir eine Frage:
Nutzen wir Nervensystemarbeit eigentlich, um freier zu werden? Oder nutzen wir sie, um länger durchzuhalten?
Denn viele Frauen kommen zu mir, nachdem sie bereits viel ausprobiert haben. Sie meditieren. Sie machen Atemübungen. Sie besuchen Workshops. Sie lernen, sich zu regulieren. Und trotzdem bleibt häufig das Gefühl bestehen, dass etwas Wesentliches fehlt.
Nicht, weil diese Werkzeuge nicht hilfreich wären. Sie sind es. Regulation ist wichtig. Sie schenkt Sicherheit. Sie schenkt Stabilität. Sie hilft uns, aus Überforderung und Daueranspannung herauszufinden.
Doch manchmal wird Regulation zu einem weiteren Werkzeug, um sich an etwas anzupassen, das eigentlich nicht mehr passt.
Wir beruhigen uns, um weiterzumachen.
Wir sammeln uns, um wieder zu funktionieren.
Wir regulieren unseren Körper, damit wir einen Alltag tragen können, der uns vielleicht schon lange erschöpft.
Und genau dort beginnt für mich eine andere Form der Arbeit.
Denn ich glaube nicht, dass unser Körper hier ist, um alles auszuhalten. Ich glaube, unser Körper ist hier, um mit uns zu kommunizieren.
Wenn wir ständig müde sind, wenn wir uns leer fühlen, wenn wir gereizt oder angespannt sind, dann geht es nicht immer nur darum, diese Zustände möglichst schnell wieder loszuwerden. Manchmal lohnt es sich, neugierig zu werden. Manchmal lohnt es sich, zuzuhören.
Welche Bedürfnisse werden übergangen?
Welche Gefühle werden zurückgehalten?
Welche Wahrheit möchte gesehen werden?
Viele Frauen haben über Jahre gelernt, ihre Körpersignale zu überhören. Sie haben gelernt, stark zu sein, sich anzupassen und weiterzumachen. Doch Lebendigkeit entsteht nicht dort, wo wir alles kontrollieren. Sie entsteht dort, wo wir wieder fühlen dürfen.
Lebendigkeit bedeutet nicht, ständig glücklich oder voller Energie zu sein. Lebendigkeit bedeutet, mit dem verbunden zu sein, was gerade da ist. Freude genauso wie Traurigkeit. Klarheit genauso wie Unsicherheit. Kraft genauso wie Erschöpfung.
Wenn wir beginnen, unserem Körper wieder zuzuhören, entsteht oft etwas sehr Überraschendes: Wir müssen uns nicht länger gegen uns selbst stellen.
Der Körper wird nicht mehr zum Problem, das gelöst werden muss.
Er wird zu einem Verbündeten.
Und genau deshalb liebe ich Shake the Dust.
Nicht, weil es ein Workout ist. Nicht, weil es Kalorien verbrennt. Nicht, weil es leistungsorientiert ist.
Sondern weil es eine Praxis der Lebendigkeit ist.
Durch Schütteln, Springen, Tanzen, Atmen und intuitive Bewegung entsteht ein Raum, in dem festgehaltene Energie wieder in Bewegung kommen darf. Ein Raum, in dem wir nicht funktionieren müssen. Ein Raum, in dem unser Körper sprechen darf.
Für viele Menschen ist das zunächst ungewohnt. Denn wir sind es gewohnt, Bewegung zu kontrollieren. Wir sind es gewohnt, Ziele zu verfolgen. Wir sind es gewohnt, etwas erreichen zu wollen.
Shake the Dust lädt uns stattdessen dazu ein, zu erleben.
Zu fühlen.
Zu bewegen.
Und uns daran zu erinnern, dass Lebendigkeit nichts ist, das wir erschaffen müssen.
Sie ist bereits da.
Manchmal braucht sie nur wieder Raum.
Wenn du das selbst erleben möchtest, lade ich dich herzlich zur kostenlosen Shake the Dust Opening Class am 12. Juni um 19 Uhr im Studio Rose in Konstanz ein.
Denn manche Erfahrungen lassen sich nicht erklären.Sie wollen erlebt werden.

